Chorleiterin: Beim Singen werden 100 Muskeln beansprucht
Teilnehmende gehen nach Schnupperkurs des Bühnenchors “Nörder Sing-Spill” beschwingt nach Hause
Einmal in geselliger Runde zusammen singen und dann noch in der ostfriesischen Muttersprache: Beim Schnupperkurs des Bühnenchors „Nörder Sing-Spill“ war dies am
30. Mai in ungezwungener Atmosphäre möglich. In der Zeit von 14 bis 18 Uhr nutzen einige Interessierte die Möglichkeit, mit dem Chor der Niederdeutschen Bühne Norden im Vereinsheim unter Leitung von Ella de Vries verschiedene plattdeutsche Lieder einzustudieren.
Bevor aber gesungen wurde, machte Ella de Vries zunächst deutlich, warum das Singen so wichtig ist und welche Auswirkungen der Gesang auf Körper, Geist und Seele des Menschen hat. “Musik mag eigentlich jeder”, betonte sie. Laut Experten würden beim Singen rund 100 Muskeln beansprucht – angefangen bei Gesicht und Hals über Brust- und Rückenmuskulatur bis hin zu Armen und Beinen, erläuterte sie. Das sei erstaunlich. Auch beim Singen verbrauche man Energie, “das ist richtig Sport, was wir hier machen”, sagte de Vries.
Es gebe mittlerweile Studien, die bewiesen, dass das Singen das Immunsystem stärke. Herz- und Kreislauffunktionen würden dabei unterstützt und gefestigt, die Lunge trainiert und der Körper entschleunigt. “Das merken wir auch bei den Übungsstunden, denn danach gehen wir alle entspannt nach Hause”, berichtete sie, was der Chor bestätigte. Singen löse Ängste, baue Stress ab, sei also grundsätzlich für alles gut.
Chormitglied Jutta Julius stellte den Chor dann noch einmal vor. Dieser sei eine neue junge Sparte der Niederdeutschen Bühne Norden und 2017 gegründet worden, erklärte sie. Die Idee dazu sei 2016 nach der erfolgreichen Aufführung der Musikrevue „In de Haifischbar, dor is wat los“ (Autor und Regisseur Philip Lüsebrink, Hamburg) entstanden. Damals hätten die Mitwirkenden so viel Spaß an der Revue gehabt, dass sie unbedingt zusammen weitersingen wollten und den Chor ins Leben gerufen hätten. Insbesondere seit Ella de Vries den Chor leite, hätten alle sehr viel Spaß. “Ich kann das nur empfehlen, denn Singen ist Sauna für die Seele”, betonte sie.
Dann wurden die Teilnehmenden aufgefordert, zur Chorprobe zu “laufen”, sprich Laufübungen zu machen, sich zudem unter anderem zu lockern, zu strecken, zu gähnen, die Zunge im Mund kreisen zu lassen, das Gesicht zu kneten, zu summen und zu zischen und das Zwerchfell mit dem Aussprechen der Buchstaben “P, T, K und F” zu trainieren.
Anschließend studierten Chor und Gäste zahlreiche plattdeutsche Lieder zusammen ein, mit modernen und bewährten, heiteren und besinnlichen Texten.
Zwischendurch gab es bei Kaffee, selbst gebackenem Kuchen, Keksen und Kaltgetränken eine Pause zum Entspannen und Klönen.
Am Ende des Kurses war die Begeisterung so groß, dass einige sich sogleich um die Mitgliedschaft im Chor bewarben.
Wer sich dem “Nörder Sing-Spill” anschließen möchte, kann sich bei Ella de Vries (E-Mail: elladevries@ewe.net oder per Telefon unter 04942/4626) oder auch bei Magret Martens (E-Mail: magret.martens@t-online.de, Telefon 04931/3714) melden.
Geprobt wird jeden zweiten und letzten Mittwoch im Monat, jeweils ab 19 Uhr, im Bühnenheim, Kleine Hinterlohne 3 a, in Norden.
.