Zum Inhalt springen
Startseite » Aktuell » Feuerwehr probt Ernstfall

Feuerwehr probt Ernstfall

Bei dieser Brandwachen-Übung der Feuerwehr Norden im Theatersaal wurde deutlich, das im Ernstfall jeder der Verantwortlichen wissen muss, was zu tun ist. Fotos: Magret Martens

Wenn es brennt, muss schnell und kontrolliert evakuiert werden

Feuerwehr trainiert im Theater Norden den Ernstfall

Text: Thomas Weege,
stellvertretender Stadtbrandmeiste
r

460 Besucher fasst das Theater der Stadt Norden. Bei jeder Veranstaltung muss eine Brandsicherheitswache (BSW) der Feuerwehr anwesend sein und für eine sichere Durchführung sorgen. Im Falle eines Brandes müssen die beiden Feuerwehrleute das Theater evakuieren und gegebenenfalls erste Löschmaßnahmen einleiten. Vor und nach einer Veranstaltung sowie in den Pausen kontrollieren die Einsatzkräfte Fluchtwege, Feuerlöscheinrichtungen und weitere Sicherheitseinrichtungen. Die Brandsicherheitswache verlangt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Betreibervertreter als Veranstaltungsleitung, Veranstalter, Haustechniker und der Feuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr Norden hatte die Durchführung von Brandsicherheitswachen (BSW) in diesem Jahr auf ihren Dienstplan gesetzt und dazu eine Schulung anberaumt. Auch eine Evakuierungsübung wurde eingeplant. Für Dienstagabend hatten die Stadt Norden sowie die Feuerwehr hierzu neben ihren eigenen Kräften auch das Deutsche Rote Kreuz, die Polizei, die DLRG, Vertreter der Stadtverwaltung und des Behindertenbeirates und auch die Niederdeutsche Bühne eingeladen. Auch aus dem benachbarten Brookmerland waren zwei Feuerwehrleute dabei. So kamen über 150 Personen als Statisten zusammen. Jens Freydank und Steffen Rah, beide technische Leiter des Theaters, stellten das Objekt zunächst anhand von Plänen vor. Die Feuerwehrleute Timo Hasbargen und Thomas Weege führten danach durch den weiteren Verlauf des Abends. Neben Rechtsgrundlagen erläuterten sie die konkreten Aufgaben, Ausstattung, Qualifikation und Schutzziele einer BSW. Auch auf die dazugehörige Einsatzdokumentation wurde eingegangen.

Wie bei einer echten Veranstaltung gab es auch an diesem Abend eine echte BSW. Siemen Rass und Manuel Zell waren hierzu eingeteilt. Bei einem Kontrollgang mit Jens Freydank waren sie auf fünf fingierte Mängel gestoßen. Hierzu zählten Falschparker in einer Feuerwehrzufahrt, verstellte Fluchtwege, ein fehlender Feuerlöscher und Brandgefahren in einem Fluchtweg. Ohne die Beseitigung der Feststellungen hätte die BSW die Veranstaltung im Ernstfall nicht beginnen lassen dürfen. Das zeigt, welchen Stellenwert eine BSW hat. Die eingesetzte BSW erläuterte ihren Rundgang und ihr Vorgehen zur Einleitung der Mängelbeseitigung.

Zum Schluss ging es um das Verhalten der BSW im Brandfall. Während der theoretischen Unterweisung waberte dann plötzlich Rauch über die Bühne und Feuerschein wurde sichtbar. Der Feueralarm ertönte und forderte alle Anwesenden zum Verlassen des Gebäudes. Die BSW forderte ebenfalls alle Anwesenden zum Verlassen auf. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Theaters wurden die Notausgänge geöffnet und die Menschenmenge ins Freie geleitet. Einige der Übungsteilnehmer hatten im Vorfeld Anweisungen erhalten, die Evakuierung zu stören. Sie sollten entgegen des Fluchtstroms zurück ins Gebäude gehen, um beispielsweise ihre Jacken von der Garderobe zu holen oder aber noch einmal die Toilette aufsuchen. Teilnehmer mit Mobilitätseinschränkungen bekamen von anderen Besuchern aber auch von der BSW Unterstützung bei der Flucht. Nach weniger als zwei Minuten war die Evakuierung vollständig abgeschlossen.

In einer Feedbackrunde kamen Übungsbeobachter, Teilnehmer und die eingesetzte BSW zur Sprache. Hierbei wurde deutlich, welch bedeutsame und verantwortungsvolle Schlüsselfunktion eine BSW im Sicherheitskonzept einer Veranstaltung hat. Dass auch Veranstalter, Theatermitarbeiter und Besucher maßgeblich zum Erfolg einer sicheren Evakuierung beitragen, erkannten alle. So nahmen am Ende dieser seltenen Übungsart alle Beteiligten wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner